Figuren-Analyse
Pro Figur eine Tiefen-Analyse: Bogen, Stimme, Eigenheiten, blinde Flecken — gelesen aus deinem tatsächlichen Manuskript, nicht aus deiner Codex-Beschreibung.
Inhalt

Was deine Figuren sind, und was du gehofft hast
Wenn du Catherine im Codex anlegst, schreibst du auf, wer sie sein soll: knapp, direkt, in Konflikten eher hart als höflich, mit einer Schwäche für ältere Männer und einem Misstrauen gegen Autoritäten. Das ist deine Absicht.
Was im Manuskript wirklich passiert, ist möglicherweise eine andere Figur. Vielleicht ist sie über die ersten zehn Kapitel tatsächlich knapp und direkt — und dann wird sie ab Kapitel 11 weicher, höflicher, weniger hart in Konflikten. Du hast es nicht bemerkt, weil du Szene für Szene geschrieben hast.
Figuren-Analyse ist die Funktion, die diese Lücke zwischen Absicht und Ausführung sichtbar macht. Du klickst auf eine Figur, du bekommst eine Tiefen-Analyse: was die Figur in deinem tatsächlichen Manuskript ist — gelesen, ausgewertet, in vier bis sechs konkreten Beobachtungen.
Was die Analyse pro Figur zeigt
Vier Dimensionen werden ausgewertet:
Bogen (Arc)
Die Frage: Macht diese Figur eine Entwicklung durch?
Die Analyse liest alle Szenen, in denen die Figur vorkommt, in Reihenfolge — und beschreibt in zwei bis drei Sätzen, wie sich die Figur über das Buch hinweg verändert (oder nicht verändert). Beispiel:
"Catherine beginnt knapp und konfliktbereit, bewegt sich um Kapitel 14 herum in eine versöhnlichere Haltung. Diese Verschiebung ist nicht durch ein klares Ereignis motiviert; sie wirkt eher wie ein gradueller Stimmungswandel. Der Bogen ist intakt, aber die Übergangs-Szenen könnten klarer markiert werden."
Stimme (Voice)
Die Frage: Klingt diese Figur konsistent über das ganze Buch?
Die Analyse vergleicht Sprachmuster der Figur — Satzbau, Wortwahl, Dialog-Eigenheiten — über alle ihre Szenen. Sie nennt konkrete Stellen, an denen die Stimme ausreißt:
"Catherines Sprachmuster ist in Kapitel 1–10 durchgehend kurz und imperativ. In Kapitel 14 verwendet sie deutlich längere, modale Sätze ('Ich glaube, wir reden aneinander vorbei' statt 'Du erzählst Mist'). Wenn das eine bewusste Entwicklung ist, sollte sie in 14 ausdrücklich gespiegelt werden — oder die Stelle als Ausreißer verstanden werden."
Eigenheiten (Quirks)
Die Frage: Welche kleinen Eigenheiten machen diese Figur erkennbar?
Eigenheiten sind die Details, die eine Figur über bloße Funktion hinaus charakterisieren — eine Geste, ein wiederkehrendes Wort, eine bestimmte Reaktion. Die Analyse listet, was sie im Manuskript findet:
"Catherine reibt sich häufig die Schläfe (sechs Erwähnungen, hauptsächlich vor schwierigen Entscheidungen). Sie sagt mehrfach 'mag sein' als Eröffnung einer Gegenmeinung. Sie trinkt nirgends Kaffee. Letzteres ist ungewöhnlich für eine Hauptfigur — bewusster Hinweis auf etwas (Ablehnung? Allergie?) oder einfach nicht erwähnt?"
Notizen (Craft Notes)
Die Frage: Was funktioniert handwerklich, was schwächelt?
Zwei bis drei konkrete Beobachtungen aus Sicht eines Lektors. Was die Figur stark macht. Wo sie blass bleibt. Wo eine Szene mehr aus ihr herausholen könnte.
"Catherine wirkt am stärksten in Szenen mit Marcus — der Konflikt zwischen den Geschwistern bringt ihre Direktheit zum Tragen. In Szenen mit ihrer Mutter wirkt sie generisch — die Mutter ist als Nebenfigur zu undifferenziert, sodass Catherines Reaktionen ohne Spezifik bleiben. Empfehlung: zwei oder drei Sätze in der Mutterfigur differenzieren, dann profitiert Catherine indirekt mit."
Wie die Analyse läuft
Du klickst auf eine Figur (in der Figuren-Netzwerk-Ansicht oder im Codex-Dossier). Du wählst "Analyse starten". Du wählst eine Tiefe:
- Light — schnelle Auswertung, eine Beobachtung pro Dimension. Reicht für eine erste Sicht.
- Mittel — Standard. Drei bis vier Beobachtungen pro Dimension, mit konkreten Belegstellen.
- Heavy — eine ausführliche Tiefen-Analyse. Längere Beobachtungen, mehr Belegstellen, konkrete Vorschläge.
Die Analyse läuft im Hintergrund, du kannst weiterschreiben. Wenn sie fertig ist, erscheint sie im Dossier der Figur. Du kannst sie aufklappen, durchlesen, einzelne Beobachtungen als Lektor-Notizen ans Manuskript pinnen.
Wann das nützlich ist
Beim Re-read deines ersten Drafts
Du hast Buch 1 fertiggeschrieben. Bevor du an Buch 2 gehst, lässt du Figuren-Analysen für die fünf wichtigsten Figuren laufen. Du bekommst pro Figur eine Sicht, die du selbst nach 90.000 Wörtern nicht mehr objektiv hast. Du schreibst die Notizen mit, korrigierst gezielt — Kapitel 11 anders motivieren, die Mutter differenzieren — und dein Buch ist signifikant runder.
Bei der Vorbereitung auf das Profi-Lektorat
Bevor du deine 50.000 Wörter an die Lektorin schickst, lässt du Figuren-Analyse für alle Hauptfiguren laufen. Was Novumdraft als Inkonsistenzen erkennt, kannst du selbst korrigieren — die Lektorin findet dann die schwierigeren Sachen. Du sparst möglicherweise einen Korrekturpass und ein paar hundert Euro.
Bei der Diagnose eines schwächelnden Antagonisten
Du hast das Gefühl, dein Antagonist ist blass. Du läßt eine Heavy-Analyse für ihn laufen. Du erfährst: Er ist generisch, weil er nur in vier Szenen direkt mit der Hauptfigur konfrontiert ist. Außerhalb dieser Szenen taucht er nicht auf, hat keine Stimme. Du planst zwei Szenen ein, in denen er allein mit anderen Figuren interagiert — das gibt ihm Volumen.
Beim Ausbau einer Nebenfigur zur Hauptfigur
Du wolltest eine Nebenfigur zur sekundären Hauptfigur machen. Du läßt eine Analyse laufen. Du erfährst, was sie aktuell ist — und was ihr fehlt, um Hauptfiguren-Status zu tragen. Du schreibst gezielt nach.
Wo Word, Scrivener und Papyrus anders funktionieren
Keines der drei hat eine vergleichbare Funktion.
Word kann nicht semantisch lesen.
Scrivener hat keine KI-Integration auf Figurenebene. Du kannst Notizen pro Charakter anlegen, aber sie sind das, was du schreibst — keine Auswertung deines Manuskripts.
Papyrus Autor hat Stilanalyse für Sprache, aber keine Figuren-Auswertung über das ganze Buch.
Generische KI-Tools könnten ähnliches leisten, aber sie kennen den Codex-Kontext nicht — sie wissen nicht, wer Catherine sein sollte. Novumdraft kennt deinen Codex und kann zwischen Absicht und Ausführung vergleichen.
Was die Figuren-Analyse (noch) nicht kann
- Cross-Roman-Analyse — wenn du eine Series schreibst, bewertet die Analyse pro Roman, nicht über die ganze Reihe. Eine Serien-übergreifende Catherine-Analyse ist auf der Roadmap.
- Live-Update beim Schreiben — die Analyse wird auf Knopfdruck einmal generiert. Wenn du danach 20 Szenen schreibst, müsstest du sie neu laufen lassen.
- Vergleich zwischen Figuren — zwei Figuren parallel auswerten geht; eine "X im Vergleich zu Y"-Sicht gibt es nicht direkt (du kannst beide Analysen lesen und selbst vergleichen).
- Figuren-Beziehungs-Analyse — der Lektor kann diskutieren, wie zwei Figuren sich verhalten. Aber eine eigene "Beziehungs-Analyse" als separate Funktion gibt es nicht.
Wie du anfängst
- Schreib mindestens 30.000–40.000 Wörter an deinem Roman. Eine Figuren-Analyse braucht Substanz, sie ist keine Vorhersage über minimal entwickelte Charaktere.
- Geh in die Figuren-Ansicht oder ins Codex-Dossier der Figur, die du analysieren willst.
- Klick auf "Analyse starten". Wähle eine Tiefe (Mittel ist der Standard-Einstieg).
- Warte ein bis zwei Minuten. Die Analyse läuft im Hintergrund.
- Lies die vier Dimensionen. Bogen, Stimme, Eigenheiten, Notizen.
- Pinne wertvolle Beobachtungen als Notizen ans Manuskript.
Datenschutz
Die Analyse-Anfragen gehen über eine verschlüsselte Verbindung an den AI-Provider. Die Antwort wird auf Novumdraft-Servern verschlüsselt zwischengespeichert (sodass du sie ohne erneuten Lauf wieder anschauen kannst). Nichts davon wird zum Trainieren von KI-Modellen verwendet.
Mehr Details findest du in der Datenschutzerklärung.
In welchen Plänen Figuren-Analyse enthalten ist
Figuren-Analyse ist Teil aller Novumdraft-Pläne. Die Analyse-Aufrufe teilen sich das Lektorats-Credit-Budget — die Tiefen-Stufen kosten unterschiedlich viele Credits.
Bereit, deine Figuren von außen zu sehen?
Starte ein 14-tägiges, kostenloses Testen. Schreib zwanzig Kapitel an deinem Roman. Lass eine Analyse für deine Hauptfigur laufen.
Du wirst Dinge entdecken, die du selbst nach 90.000 Wörtern nicht mehr siehst.
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